NEWSLETTER N. 9 - 2021

  • DIREKTE STEUERN

    STEUER AUF DIGITALE DIENSTE

    Vom italienischen Finanzamt wurden Klarstellungen zu Steuern auf digitale Dienste gemäß Gesetz 145/2018 Abs. 35-50 veröffentlicht. Die Klarstellungen betreffen insbesondere die Modalitäten zur Prüfung der Überschreitung der Schwellenwerte, den Begriff der "Gruppe", steuerpflichtige digitale Dienste und ausgenommene Dienste, Berechnungsmodalitäten für die Bemessungsgrundlage und Methoden der Geolokalisierung zur Erfassung der steuerbaren Erträge. Weiters werden die Erfüllungspflichten für Steuerpflichtige erläutert, insbesondere im Hinblick auf die Erfassung, Buchführung, Zahlung, Erklärung und den Erstattungsantrag (italienisches Finanzamt, Rundschreiben Nr. 3 vom 23. März 2021). 

     

    NUTZUNG VON VERLUSTEN UND UNGENUTZTEN EIGENKAPITALFÖRDERUNGEN IM RAHMEN DER KONZERNBESTEUERUNG

    Im Rahmen der Konzernbesteuerung müssen bei Vorliegen von Steuerguthaben, vorangegangenen Verlusten und ungenutzten Eigenkapitalförderungen zunächst die Steuerguthaben, dann die Steuerverluste und schließlich die Eigenkapitalförderungen in Anspruch genommen werden. Die eventuell aufgrund unzureichender Betragshöhe nicht auf die Gruppe übertragenen ungenutzte Eigenkapitalförderungen können in den darauffolgenden Veranlagungszeiträumen auf die konsolidierte Gesellschaft übertragen werden (italienisches Finanzamt, Principio di diritto Nr. 7 vom 23. März 2021).

     

    AUFTEILUNG VON VERLUSTEN UND UNGENUTZTEN EIGENKAPITALFÖRDERUNGEN BEI SPALTUNGEN

    Im Falle einer Spaltung müssen die Steuerverluste zwischen den beteiligten Gesellschaften im Verhältnis zum buchhalterischen Eigenvermögen gemäß Art. 173 Abs. 4 EStG aufgeteilt werden. Aus diesem Grund ist es nicht gestattet, die Verluste analytisch jener Gesellschaft zuzuweisen, der bei der Spaltung der Betriebszweig zugewiesen wurde, auf den die genannten Verluste zurückzuführen sind.

    Auch ungenutzte Eigenkapitalförderungen müssen bei der Spaltung zwischen der abspaltenden Gesellschaft und der begünstigten Gesellschaft im Verhältnis zum jeweils bei ersterer verbliebenen und an zweitere übertragenen buchhalterischen Eigenvermögen aufgeteilt werden (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 129 vom 2. März 2021).

     

    QUELLENSTEUER AUF DIVIDENDEN

    Die gemäß dem bilateralen Abkommen zwischen EU und Schweiz vorgesehene Quellensteuerbefreiung für Auszahlungen von Dividenden unter verbundenen Gesellschaften wird auch zu Gunsten von Schweizer Holding-Gesellschaften angewandt, die seit 1. Jänner 2020 keine begünstigten Steuerregelungen mehr in Anspruch nehmen können, sondern Bundessteuern, Kantonssteuern und Gemeindesteuern entrichten müssen (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 135 vom 2. März 2021).

     

    VERBRIEFUNGSGESELLSCHAFTEN: VERBRIEFUNG VON ERTRÄGEN AUS IMMOBILIENVERWALTUNG

    Für Gesellschaften, die "Verbriefungen von Immobilien und registrierten beweglichen Gütern" gemäß Gesetz 130/1999 durchführen, gilt Folgendes:

    1. eventuelle Differenzen aus Veranlagungszeiträumen im Zusammenhang mit allfälligen zeitweiligen Unstimmigkeiten zwischen den Cashflows der verbrieften Vermögenswerte (d. h. Beträge, die auf jedwede Weise auf die Güter und Rechte derselben zurückzuführen sind) und der Zahlung der an die Zeichner versprochenen Erträge zählen nicht zur Bemessungsgrundlage für die Körperschaftssteuer IRES;
    2. das eventuelle, infolge der Befriedigung sämtlicher Gläubiger des getrennten Vermögens verbliebene Betriebsergebnis des Portfolios der Güter und Rechte zählt jedoch zur Bemessungsgrundlage der Körperschaftssteuer IRES gemäß Art. 83 EStG.

    Für die Zwecke der regionalen Wertschöpfungssteuer IRAP gilt Folgendes:

    • eventuelle Differenzen gemäß vorstehendem Buchst. a) zählen nicht zur Nettogesamtleistung, zumal diese nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen sind;
    • das eventuelle Betriebsergebnis gemäß vorstehendem Buchst. b) zählt hingegen zur Nettogesamtleistung, sofern es der Zweckgesellschaft zur Verfügung steht, und wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den für IRAP-Zwecke relevanten Posten verbucht ist (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 132 vom 2. März 2021).

    Für die Besteuerung der Zinsen und weiterer Erträge der im Rahmen der Verbriefungsgeschäfte ausgestellten Wertpapiere gelten die Bestimmungen gemäß GVD 239/1996.

     

    ZUSATZLEISTUNGEN VON DEUTSCHEN VORSORGEFONDS IN FORM VON RENTENZAHLUNGEN AN IN ITALIEN ANSÄSSIGE RECHTSSUBJEKTE

    Zusatzleistungen, die von Vorsorgefonds in Deutschland in Form von Rentenzahlungen zu Gunsten eines in Italien ansässigen Rechtssubjekts ausbezahlt werden, sind gemäß italienischer Gesetzgebung und gemäß dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Italien und Deutschland in Italien steuerpflichtig (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 137 vom 2. März 2021).

     

    RECHT AM EIGENEN BILD

    Die Rechte für die weltweite Verwendung und wirtschaftliche Nutzung des Rechts am eigenen Bild eines Künstlers hinsichtlich einer schauspielerischen Darbietung in einem in Italien gedrehten Film unterliegen der Besteuerung in Italien.

    Der Ort, an dem die wirtschaftliche Nutzung des Rechts am eigenen Bild erfolgt, ist hierbei nicht von Bedeutung (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 139 vom 3. März 2021).

     

    DIFFERENZBETRAG BEI AUSTRITT DES GESELLSCHAFTERS

    Die von einer Gesellschaft an einen Gesellschafter bei Austritt aufgrund der Anerkennung eines eventuellen höheren wirtschaftlichen Werts des Unternehmens zum Zeitpunkt der Auflösung des Gesellschafterverhältnisses im Vergleich zu den Buchwerten des Vermögens ausbezahlten Beträge können von der Gesellschaft im Geschäftsjahr, in dem der Gesellschafter austritt, in Abzug gebracht werden (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 156 vom 5. März 2021).

     

    UNENTGELTLICHE AUFWERTUNG DER WIRTSCHAFTSGÜTER

    Die unentgeltliche Aufwertung der Wirtschaftsgüter von Hotels gemäß Art. 6-bis Gesetzesdekret 23/2020 ist auch für Gesellschaften zulässig, die einen Hotelbetrieb verpachtet haben, sofern zwischen den Parteien vereinbart wurde, dass die Verpächterin weiterhin die Berechnung der Abschreibungen vornimmt (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 200 vom 23. März 2021).

     

    AUFGRUND EINES GERICHTSURTEILS AUSBEZAHLTE EINKÜNFTE AUS LOHNABHÄNGIGER ARBEIT

    Entschädigungen, die zusätzlich oder ersatzweise als Ausgleich für entgangene Einkünfte aus lohnabhängiger Arbeit zuerkannt werden, sind steuerpflichtig (sog. entgangener Gewinn).

    Allerdings sind Entschädigungen von Rechtssubjekten für effektiv erlittene Verluste (sog. aufgetretener Schaden) nicht steuerpflichtig, zumal die Erstattung des Schadens gegenüber einer geschädigten Person relevant ist und es sich nicht um einen Ersatz oder Zusatz für eventuelle Vergütungen handelt.

    Diesen Grundsätzen zufolge gelten die aufgrund eines Gerichtsurteils "zur Entschädigung des Beschwerdeführers für die erlittenen Schäden" ausbezahlten Beträge dann als steuerpflichtig – auch wenn diese nach Billigkeit bemessen wurden –, wenn diese im Rahmen der rechtlichen und wirtschaftlichen Einstufung gemäß nationalem Kollektivvertrag berechnet wurden und daher nicht zum Ersatz eines entstandenen Schadens dienen (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 222 vom 29. März 2021).

     

    "RABATTKARTE" FÜR ANGESTELLTE

    Wird den eigenen Angestellten eine Rabattkarte gewährt, mit der firmeneigene Produkte zu einem Preis entsprechend dem gemeinen Wert abzüglich üblicher Rabatte erworben werden können, so ist dies steuerlich nicht relevant und zählt nicht zu den steuerbaren Einkünften des Angestellten (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 221 vom 29. März 2021).

     

    UTILIZZO PERDITE ED ECCEDENZE ACE NEL CONSOLIDATO FISCALE

    Nell'ambito del regime del consolidato fiscale, in presenza di crediti di imposta, di perdite pregresse e di eccedenze ACE, occorre utilizzare prioritariamente i crediti d'imposta e poi le perdite fiscali, e successivamente l'ACE; l'eccedenza ACE eventualmente non trasferita nel gruppo "per incapienza" può essere riportata in capo alla consolidata nei periodi di imposta successivi (Agenzia delle entrate, Principio di diritto n. 7 del 23/3/2021).

     

    RIPARTO PERDITE ED ACE NELLA SCISSIONE

    In caso di scissione, le perdite fiscali devono essere ripartite tra le società partecipanti in proporzione al patrimonio netto contabile ex art. 173, co. 4, tuir. Pertanto, non è consentito attribuire analiticamente le perdite alla società a cui, in seguito alla scissione, è stato assegnato il ramo di azienda che quelle perdite ha prodotto.

    Anche le eccedenze ACE devono essere ripartite, in sede di scissione, tra la società scissa e la beneficiaria in proporzione della quota di patrimonio netto contabile rispettivamente rimasta nella prima e trasferita alla seconda (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 129 del 02/3/2021).

     

    RITENUTA SUI DIVIDENDI

    Il regime di esenzione da ritenuta sui pagamenti di dividendi tra consociate, previsto dall’Accordo Bilaterale UE e Svizzera, trova applicazione anche a favore delle holding svizzere che, a partire dall’ 1/1/2020, non sono più assoggettate a regimi fiscali di favore ma sono invece assoggettate ad imposta federale, cantonale e municipale (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 135 del 02/3/2021).

     

    SOCIETÀ DI CARTOLARIZZAZIONE DEI PROVENTI DA GESTIONE IMMOBILIARE

    Per le società di «Cartolarizzazioni Immobiliari e di beni mobili registrati» ex l. 130/1999:

    1. eventuali differenze di periodo collegate a possibili disallineamenti temporali tra flussi finanziari del patrimonio cartolarizzato (i.e. le somme in qualsiasi modo derivanti dai beni i diritti che lo costituiscono) e pagamento dei proventi promessi ai sottoscrittori, non concorrono alla formazione della base imponibile IRES;
    2. l'eventuale risultato di gestione del portafoglio di beni e diritti che residui una volta soddisfatti tutti i creditori del patrimonio separato, invece, concorre alla formazione della base imponibile IRES ex art. 83 tuir.

    Ai fini IRAP:

    • le eventuali differenze di cui alla precedente lett. a) non concorrono alla formazione del valore della produzione netta in quanto non risultano rilevate a conto economico;
    • l'eventuale risultato di gestione di cui alla precedente lett. b), invece, concorre alla formazione del valore della produzione netta, nella misura in cui entra nella disponibilità della Società veicolo ed è rilevato a conto economico in voci rilevanti ai fini IRAP (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 132 del 02/3/2021).

    Per quanto concerne la tassazione degli interessi ed altri proventi dei titoli emessi nell'ambito delle operazioni di cartolarizzazione, si ritiene applicabile la disciplina del d.lgs. 239/1996.

     

    PRESTAZIONI INTEGRATIVE EROGATE IN FORMA DI RENDITA DA UN FONDO PREVIDENZIALE TEDESCO IN FAVORE DI UN SOGGETTO RESIDENTE IN ITALIA

    Le prestazioni integrative erogate in forma di rendita da un fondo previdenziale tedesco in favore di un soggetto residente in Italia sono soggette a tassazione in Italia, sia in base alla normativa italiana che in base alla Convenzione contro le doppie imposizioni tra Italia e Germania (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 137 del 02/3/2021).

     

    DIRITTI DI IMMAGINE

    I diritti di utilizzazione e di sfruttamento economico in tutto il mondo del diritto all'immagine di un artista, in relazione alla prestazione di attore in un film girato in Italia, sono assoggettati a tassazione in Italia.

    A tale riguardo, non assume rilevanza il luogo in cui è esercitata l'attività di sfruttamento economico del diritto all'immagine (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 139 del 03/3/2021).

     

    DIFFERENZA DA RECESSO

    Le somme corrisposte dalla società al socio in sede di recesso - a fronte del riconoscimento dell’eventuale maggior valore economico del complesso aziendale alla data di scioglimento del rapporto sociale rispetto ai valori contabili del patrimonio (cosiddetta “differenza da recesso”) – sono deducibili in capo alla società nell’esercizio in cui il socio recede (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 156 del 05/3/2021).

     

    RIVALUTAZIONE GRATUITA DEI BENI DI IMPRESA

    La rivalutazione gratuita dei beni delle imprese alberghiere ex art. 6-bis d.l. 23/2020 è consentita anche alla società che abbia concesso in affitto l’azienda alberghiera, qualora le parti abbiano previsto che il concedente continui a calcolare gli ammortamenti (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 200 del 23/3/2021).

     

    REDDITI DI LAVORO DIPENDENTE LIQUIDATI IN SEGUITO A SENTENZA

    L'indennizzo riconosciuto per compensare, in via integrativa o sostitutiva, la mancata percezione di redditi di lavoro, deve essere assoggettato a tassazione (cd. lucro cessante).

    Viceversa, il risarcimento erogato per indennizzare il soggetto delle perdite effettivamente subite (c.d. danno emergente), non deve essere assoggettato a tassazione in quanto, in tal caso, assume rilevanza il carattere risarcitorio del danno alla persona del soggetto leso e manca una qualsiasi funzione sostitutiva o integrativa di eventuali trattamenti retributivi.

    In base a tali principi, le somme liquidate con sentenza dal Tribunale, volte "a rifondere alla parte ricorrente i danni subiti", sono da considerarsi imponibili laddove, seppur stimate in via equitativa, siano calcolate in ragione del trattamento giuridico ed economico previsto dall'Accordo collettivo nazionale e, pertanto, non siano volte a risarcire un danno emergente (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 222 del 29/3/2021).

     

    “CARD SCONTO” AI DIPENDENTI

    La concessione ai propri dipendenti di una card che consente di acquistare i prodotti dell’impresa ad un prezzo corrispondente al valore normale al netto degli sconti d’uso non assume rilevanza fiscale e non genera reddito imponibile in capo al dipendente (Agenzia delle entrate, Risposta ad interpello n. 221 del 29/3/2021).

  • MEHRWERTSTEUER

    MEHRWERTSTEUERREGELUNG FÜR COVID-19-BEITRÄGE

    Die von den Regionen und Autonomen Provinzen als Ersatz für die ausgefallenen Erträge gewährten "Betriebsbeiträge" gemäß Art. 1 Abs. 200 Gesetzesdekret 34/2020 an Rechtssubjekte, die im Bereich des öffentlichen und regionalen Personennahverkehrs tätig sind und zur Erbringung eines öffentlichen Dienstes verpflichtet sind, fallen nicht unter den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer (italienisches Finanzamt, Beschluss Nr. 22 vom 31. März 2021).

     

    VERGLEICHSVEREINBARUNG

    Der Verzicht auf die Stellung als Begünstigter einer Stiftung zu Gunsten Dritter im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung stellt eine mehrwertsteuerpflichtige Leistung dar (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 130 vom 2. März 2021).

    Die Verpflichtung zum Verzicht auf noch anhängige Streitverfahren im Rahmen einer Vergleichsvereinbarung stellt eine mehrwertsteuerpflichtige Leistung dar (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 145 vom 3. März 2021).

     

    EMISSIONSZERTIFIKATE IM RAHMEN EINES VEREDELUNGSVERTRAGS

    Für die Bereitstellung der Emissionszertifikate seitens des Auftraggebers (Toller), zu deren Löschung unter Einhaltung der branchenspezifischen Bestimmungen sich der Auftragnehmer (Tollee) verpflichtet, gilt Folgendes:

    • sie stellt eine Leistungserbringung dar und
    • sie stellt einen Teil der Sachleistung dar, die dem Auftragnehmer für die Umwandlung des Brennstoffs in Strom zusteht (zusätzlich zu der monetären Vergütung, dem Veredelungsentgelt).

    Demnach wird zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer folgendes Tauschgeschäft durchgeführt:

    • der Auftraggeber muss eine Rechnung für die Übertragung der Emissionszertifikate an den Auftragnehmer ausstellen und dabei das Reverse-Charge-Verfahren anwenden;
    • der Auftragnehmer muss seinerseits eine mehrwertsteuerpflichtige Rechnung für die in Form einer Sachleistung abgegoltene Dienstleistung (Emissionszertifikate) an den Auftraggeber ausstellen.

    Hinsichtlich der Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die genannten Sachleistungen (Übertragung der Emissionszertifikate) wird davon ausgegangen, dass der gemeine Wert derselben dem Wert der 20 Tage vor dem 20. April eines jeden Jahres (vertragliche Frist für die Übergabe der Emissionszertifikate) auf dem Markt erwerbbaren Emissionszertifikate entspricht (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 133 vom 2. März 2021).

     

    NACHWEIS FÜR INNERGEMEINSCHAFTLICHE BEFÖRDERUNGEN

    Vom italienischen Finanzamt wurden Klarstellungen zum Beförderungsnachweis im Zusammenhang mit innergemeinschaftlichen Lieferungen veröffentlicht. Dabei wurde Folgendes bestätigt:

    Die Annahme gemäß Art. 45-bis der EU-Verordnung wird nicht angewandt; die (auch vor Inkrafttreten des genannten Artikels) umgesetzte italienische Rechtspraxis für den Nachweis der innergemeinschaftlichen Beförderung von Gütern kommt weiterhin zur Anwendung (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 141 vom 3. März 2021).

     

    VERHÄLTNIS ZWISCHEN MUTTERHAUS UND BETRIEBSSTÄTTE IN DER MEHRWERTSTEUERGRUPPE

    Transaktionen (Lieferungen von Gegenständen und/oder Dienstleistungen) zwischen Mutterhaus und Betriebsstätte ("von Mutterhaus zu Betriebsstätte" bzw. "von Betriebsstätte zu Mutterhaus") gelten dann als mehrwertsteuerpflichtig, wenn eines der beiden Rechtssubjekte Teil einer Mehrwertsteuergruppe ist. Die Beteiligung an einer Mehrwertsteuergruppe führt nämlich dazu, dass die (rechtliche) Einheit und die (wirtschaftliche) Abhängigkeit zwischen Mutterhaus und Betriebsstätte aufgelöst wird. Demnach gelten die Leistungen nicht mehr als gegenüber der Betriebsstätte im Rahmen der steuerlichen Neutralität erbracht, sondern als gegenüber der Mehrwertsteuergruppe erbracht, die ein eigenständiges und autonomes Steuersubjekt darstellt (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 143 vom 3. März 2021).

     

    PLAFOND

    Gebietsfremde, in Italien identifizierte Rechtssubjekte, die von Italien ausgehend innergemeinschaftliche Lieferungen in andere EU-Länder vornehmen, können die für gewohnheitsmäßige Exporteure vorgesehene Mehrwertsteuerregelung anwenden und somit Güter und Dienstleistungen in Italien erwerben bzw. in Anspruch nehmen, ohne dabei die Mehrwertsteuer im Rahmen des sogenannten Plafond abführen zu müssen (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 148 vom 4. März 2021).

     

    ÜBERTRAGUNG EINZELNER VERMÖGENSWERTE

    Eine Abtretung seitens einer Bank

    • von bestehenden Finanzierungen mit diesbezüglichen derivativen Sicherungsinstrumenten, Derivatgeschäften mit Kunden mit diesbezüglichen derivativen Sicherungsinstrumenten und einer Beteiligung,
    • bei der kein Vertrag für ein Angestellten-, ein Projektarbeits- oder ein Mitarbeitsverhältnis und kein Beratungsvertrag, Werkvertrag oder ähnliches oder dingliche Nutzungsrechte oder verbindliche Rechte im Zusammenhang mit irgendeinem materiellen oder immateriellen Vermögenswert übertragen werden,

    gilt nicht als Betriebsabtretung, sondern als Abtretung mehrerer einzelner Vermögenswerte, die somit der Mehrwertsteuer unterliegen (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 149 vom 4. März 2021).

     

    RECHNUNGSLEGUNG BEI FORDERUNGSABTRETUNG

    Beispiel:

    • die Gesellschaft ALFA hat eine Dienstleistung zu Gunsten der Gesellschaft BETA erbracht,
    • die Gesellschaft ALFA tritt die Forderungen an einen Dritten ab, bevor die Vergütung von der Gesellschaft BETA kassiert wurde.

    Die Forderungsabtretung geht in diesem Fall nicht mit der Bezahlung der Vergütung einher, weshalb die Gesellschaft ALFA keine Rechnung ausstellen muss.

    Die Gesellschaft ALFA muss die Rechnung für die Erbringung der Dienstleistung erst dann ausstellen, wenn die Auftraggeberin BETA die Zahlung der Vergütung an den Käufer der Forderungen durchführt. Die Gesellschaft BETA muss der Gesellschaft ALFA hierfür das Durchführungsdatum der an den Käufer der Forderung entrichteten Zahlung mitteilen (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 163 vom 8. März 2021).

     

    KOSTEN IM ZUSAMMENHANG MIT GÜTERN DRITTER

    Für die Zwecke der Mehrwertsteuer erfordert die Zugehörigkeit bestimmter Kosten nicht notwendigerweise einen "direkten und unmittelbaren Bezug" zu einer oder mehreren steuerpflichtigen Transaktionen, sondern einen direkten und unmittelbaren Bezug zur "Gesamtheit der wirtschaftlichen Tätigkeiten des Steuersubjekts". Das Recht auf Abzug der Mehrwertsteuer kann somit auch im Zusammenhang mit Kosten für Maßnahmen an Gütern Dritter zustehen, sofern diese Maßnahmen gemäß branchenspezifischen Bestimmungen vorgesehen sind (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 219 vom 26. März 2021).

  • STEUERGUTHABEN

    KUMULIERUNG

    Das Steuerguthaben für Investitionen 4.0 gemäß Gesetz 160/2019 Abs. 185 ff. und das Steuerguthaben für erdbebensichere Sanierung in Mittelitalien gemäß Gesetz 208/2015 Abs. 98 ff. können miteinander kumuliert werden, sofern die Kumulierung nicht zur Überschreitung der für die Investition getätigten Kosten führt (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 157 vom 5. März 2021).

     

    ÜBERTRAGUNG DES STEUERGUTHABENS FÜR ERDBEBENSICHERE UND ENERGETISCHE SANIERUNG IM RAHMEN DER KONZERNBESTEUERUNG

    Die Steuerguthaben für die erdbebensichere Sanierung und für die energetische Sanierung können übertragen und im Rahmen der Konzernbesteuerung mit der Körperschaftssteuer IRES der Gruppe ohne Betragsobergrenze gemäß Gesetz 388/2000 verrechnet werden (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 133 vom 2. März 2021).

  • STEUERFESTSTELLUNG

    MEHRJÄHRIGE EINKOMMENSBESTANDTEILE

    Bei Beanstandung eines sich auf mehrere Jahre beziehenden Einkommensbestandteils (z. B. des Geschäftswerts), die auf den Tatbestand und dessen zugrundeliegende Voraussetzung zurückzuführen ist, wird die Verwirkung der Feststellungsbefugnis der Finanzverwaltung festgestellt, indem die Steuererklärung, in der die einzelnen Aufteilungsraten des auf mehrere Jahre aufgeteilten Betrages angegeben sind (d. h. die Abschreibungsrate des Geschäftswerts), und nicht bereits die Steuererklärung betreffend den Veranlagungszeitraum, in dem der genannte Einkommensbestandteil aufgelaufen oder erstmals im Jahresabschluss verbucht wurde, berücksichtigt wird (Urteil des Kassationsgerichtshofes Nr. 8500 vom 25. März 2021).

     

    Mit freundlichen Grüßen

    HAGER & PARTNERS

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