NEWSLETTER N. 7 - 2021

  • DIREKTE STEUERN

    PERSONEN MIT STEUERSTATUS "RESIDENT NON DOMICILED"

    Personen, die ihren Wohnsitz nach Italien verlegen, können bekanntlich die Ersatzsteuerregelung für im Ausland erzielte Einkünfte anwenden.

    Diese Regelung gilt auch für Veräußerungsgewinne aus der entgeltlichen Abtretung von Beteiligungen an ausländischen Gesellschaften bzw. von Wertpapieren, die keine Beteiligungen sind, sofern diese Vermögenswerte nicht in einem Einlagekonto bei einem italienischen Intermediär gehalten werden.

    Die Einkünfte gelten hingegen weiterhin als im Ausland erzielt, wenn einer der folgenden Verträge abgeschlossen wird:

    • Dienstleistungsvertrag mit einem italienischen Intermediär zur individuellen Portfolioverwaltung, wobei der italienische Intermediär mit der Verwaltung der Finanzanlagen im Ausland mit Ermessensbefugnis beauftragt wird;
    • Verwaltungsvertrag über die Finanzanlagen (einschließlich Verwaltungsverträge ohne treuhänderische Überschreibung seitens italienischer Treuhandgesellschaften), wobei der italienische Intermediär die Finanzanlagen im Ausland auf Anordnung des Kunden ohne Ermessensbefugnis verwaltet;
    • Finanzberatungsvertrag, wobei der italienische Intermediär Finanzberatungs- und Überwachungsleistungen hinsichtlich der Finanzanlagen erbringt und über keine Befugnis verfügt, die Finanzanlagen unmittelbar zu verwalten (ital. Finanzamt, Beschluss Nr. 12 vom 18 Februar 2021).

     

    STEUERFÖRDERUNG FÜR IMMOBILIENERWERB IN ERDBEBENGEFÄHRDETEN GEBIETEN

    Gemäß Artikel 16 Absatz 1-septies Gesetzesdekret 63/2013 gilt die Steuerförderung für den Erwerb von Immobilien, die zur Reduzierung des Erdbebenrisikos abgerissen und wiederaufgebaut werden, auch für Gesellschaften, allerdings im Ausmaß von 75/85 Prozent. Rechtssubjekte, die Einkünfte aus Gewerbebetrieb erwirtschaften, haben nämlich keinen Anspruch auf den Superbonus von 110 Prozent. Die Steuerförderung gilt in jedem Fall, sofern das Bauende und der Abschluss des notariellen Kaufvertrages bis zum 31. Dezember 2021 erfolgen.

    Möchte der Käufer auch die Steuerförderung für energetische Sanierung gemäß Art. 14 Gesetzesdekret 63/2013 in Anspruch nehmen, müssen die Ausgaben im ausschließlichen Zusammenhang mit Baumaßnamen zur Erlangung einer höheren Energieeffizienzklasse gesondert von den Ausgaben im Zusammenhang mit Baumaßnahmen zur Reduzierung des Erdbebenrisikos um mindestens zwei Klassen erfasst werden. Widrigenfalls gilt der allgemeine Grundsatz, wonach nicht zwei Steuerförderungen für dieselben Ausgaben in Anspruch genommen werden können, als missachtet (ital. Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 70 vom 2. Februar 2021).

    Gemäß Artikel 16 Absatz 1-septies Gesetzesdekret 63/2013 gilt die Steuerförderung für den Erwerb von Immobilien, die zur Reduzierung des Erdbebenrisikos abgerissen und wiederaufgebaut werden, auch dann, wenn der Neubau über den Umriss des ursprünglichen, abgerissenen Gebäudes hinausgeht (ital. Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 71 vom 2. Februar 2021).

    Selbige Steuerförderung gilt auch bei Abriss eines Gebäudes im Miteigentum von zwei Bauunternehmen, die in weiterer Folge:

    • das Grundstück, auf dem das Gebäude bestand, zweiteilen,
    • jeweils das ausschließliche Eigentum an einem Grundstücksteil erwerben,
    • getrennt zwei Neubauten errichten (ital. Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 82 vom 3. Februar 2021).

     

    STEUERGUTHABEN FÜR EIGENKAPITALAUSSTATTUNG

    Das Steuerguthaben gemäß Art. 24 Gesetzesdekret 34/2020 zur Förderung der Eigenkapitalausstattung von Kapitalgesellschaften kann auch dann in Anspruch genommen werden, wenn eine Personengesellschaft vor der für die Steuerförderung relevanten Kapitalerhöhung in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt wird. Selbst wenn die Umwandlung einer Personengesellschaft in eine Kapitalgesellschaft mit der Absicht erfolgt, besagte Steuerförderung in Anspruch zu nehmen, wird durch die Annahme der Rechtsform der Kapitalgesellschaft der Zweck der gesetzlichen Bestimmung zur Förderung der Eigenkapitalausstattung von Gesellschaften nicht untergraben.

     

    STEUERGUTHABEN FÜR INVESTITIONSKOSTEN INDUSTRIE 4.0

    Beim Erwerb einer Photovoltaikanlage, die für das landwirtschaftliche Unternehmen zur Herstellung und Vermarktung von Produkten zweckdienlich ist, kann ein Kapitalzuschuss und das Steuerguthaben für Investitionskosten Industrie 4.0 gemäß Art. 1 Abs. 185-197 Gesetz 160/2019 mit der Betragsbegrenzung des Kostenaufwands in Anspruch genommen werden (ital. Finanzamt, Antwort auf verbindliche Auskunft Nr. 75 vom 2. Februar 2021).

     

    QUELLENSTEUERBEFREIUNG FÜR ZINSEN AUS MITTEL-UND LANGFRISTIGEN FINANZIERUNGEN BESTIMMTER AUSLÄNDISCHER RECHTSSUBJEKTE

    Die Steuerregelung zur Quellensteuerbefreiung für Zinsen aus mittel- und langfristigen Finanzierungen, die von bestimmten ausländischen Rechtssubjekten gemäß Art. 26 Abs. 5bis DPR 600/1973 gewährt werden, gilt nicht für die Begünstigten der Zinsen, die "nicht "auch" direkte Empfänger derselben sind" (ital. Finanzamt, Antwort auf verbindliche Auskunft Nr. 125 vom 24 Februar 2021).

     

    ERSATZLEISTUNGEN FÜR DIE VERPFLEGUNG VON ANGESTELLTEN IM HOMEOFFICE

    Die Kantinenersatzleistung in Form von Essensgutscheinen für Angestellte im Homeoffice zählt nicht zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gemäß Art. 51 Abs.2 Buchst. c) EStG. Der Arbeitgeber muss daher keine Steuern auf Essensgutscheinen mit einem Wert von bis zu 4 Euro (oder bis zu 8 Euro bei elektronischen Essensgutscheinen) für Angestellte im Homeoffice einbehalten (ital. Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 123 vom 22. Februar 2021).

     

    STEUERGUTHABEN FÜR MIETZINS VON NICHT-WOHNIMMOBILIEN

    Das Steuerguthaben gemäß Art. 28 Gesetzesdekret 34/2020 steht auch für die ohne Vorliegen eines gültigen Konzessionsvertrages bezahlte "Entschädigung" für März, April, Mai und Juni 2020 für die Nutzung einer Nicht-Wohnimmobilie "ohne Rechtstitel" infolge der Beendigung des Konzessionsvertrages zu (ital. Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 120 vom 18. Februar 2021).

     

    AUFWERTUNG DER ANLAGEGÜTER

    Die Aufwertung gemäß Art. 110 Gesetzesdekret 104/2020 kann auch für einzelne Anlagegüter erfolgen (galt - außer bei immateriellen Anlagegütern - zuvor nur für einheitliche Anlagengruppen). Soll eine Immobilie samt darunter liegendem oder dazugehörigem Grundstück aufgewertet werden, können das Grundstück und das Gebäude weiterhin getrennt aufgewertet werden, so wie es zuvor angesichts der Tatsache der Fall war, dass das Grundstück und das Gebäude zu verschiedenen einheitlichen Anlagegruppen zählten.

    Bei einer Aufwertung durch:

    • gleichzeitige Erhöhung der Anschaffungskosten und des Abschreibungsfonds oder
    • Erhöhung der reinen Anschaffungskosten,

    muss beachtet werden, dass die Anschaffungskosten nach der Aufwertung keinesfalls den Wiederbeschaffungswert des Anlagegutes übersteigen dürfen, worunter die Anschaffungskosten für ein neues Anlagegut selbiger Art bzw. der aktuelle Wert des Anlagegutes erhöht um die Kosten, die für die Wiederherstellung seiner ursprünglichen Funktionalität anfallen, verstanden wird.

    Schließlich kann für jedes Anlagegut entschieden werden, ob "auch" eine steuerliche Aufwertung vorgenommen wird. Die steuerliche Aufwertung kann allerdings nur für den Gesamtbetrag der Aufwertung erfolgen, zumal die erhöhten Wertansätze im Jahresabschluss nicht nur teilweise berücksichtigt werden können (ital. Dachverband der Aktiengesellschaften ASSONIME, Rundschreiben Nr. 6 vom 5. März 2021).

  • MEHRWERTSTEUER

    MWST-ÄNDERUNGSANZEIGE

    Bei Verträgen mit dauernder oder regelmäßig wiederkehrender Durchführung, die eine Vertragsauflösung aufgrund von Nichterfüllung durch den Kunden vorsehen, fällt die Voraussetzung zur MwSt-Änderungsanzeige mit der vertraglichen Beendigung bzw. wesentlichen Unterbrechung des Vertragsverhältnisses und der Lieferung unter dem Vorbehalt der nachfolgenden Meldung an den säumigen Kunden zusammen. 

    Wurde die Lieferung im Jahr 2019 unterbrochen, ist die MwSt-Änderungsanzeige bis zum 30. Juni 2020 (übliche Einreichfrist für die Steuererklärung) auszustellen. Nach rechtzeitiger Ausstellung der MwSt-Änderungsanzeige wird die abgezogene Steuer in der entsprechenden periodischen Mehrwertsteuerabrechnung oder spätestens in der entsprechenden jährlichen MwSt-Erklärung (bzw. im vorliegenden Fall in der MwSt-Erklärung 2021 zum Veranlagungszeitraum 2020) berücksichtigt (ital. Finanzamt, Antwort auf verbindliche Auskunft Nr. 119 vom 1. Februar 2021).

  • GELDWÄSCHEBESTIMMUNGEN

    MELDUNG DER WIRTSCHAFTLICHEN EIGENTÜMER VON GESELLSCHAFTEN UND TRUSTS BEIM HANDELSREGISTER BIS ZUM 15. MÄRZ, VORBEHALTLICH WEITERER AUFSCHÜBE

    Die Einführung des Registers der wirtschaftlichen Eigentümer, das seit 2017 gemäß den italienischen Antigeldwäsche-Bestimmungen vorgesehen ist, könnte ab dem nächsten Monat Wirklichkeit werden.

    Die Frist für die erste Meldung der Daten und Informationen im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Eigentümerschaft von Unternehmen mit Rechtspersönlichkeit, von juristischen Privatpersonen, von Trusts mit steuerlich relevanten Rechtswirkungen sowie von Trust-ähnlichen Rechtsinstituten seitens der Verwalter an das Handelsregister rückt nämlich immer näher.

    Die Meldung sollte bis zum 15. März 2021 erfolgen, allerdings wurde noch keine Durchführungsverordnung vom ital. Wirtschafts- und Finanzministerium/Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung erlassen, das mittlerweile auch die positive Stellungnahme der Datenschutzbehörde erhalten hat. Das ital. Wirtschafts- und Finanzministerium hat im Dekretsentwurf die Zugangs- und Führungsbedingungen des Registers der wirtschaftlichen Eigentümer festgesetzt, wonach Folgendes gilt:

    • die erste Meldung hat bis zum 15. März 2021 zu erfolgen;
    • später gegründete Rechtssubjekte müssen dieser Pflicht innerhalb von 30 Tagen nach Gründung nachkommen;
    • allfällige Änderungen sind innerhalb von 30 Tagen zu melden.

    Zur Einhaltung der vorstehenden Frist muss die Regierung die Durchführungsverordnung so schnell wie möglich erlassen, da die Frist ansonsten erneut aufgeschoben wird.

     

    Mit freundlichen Grüßen

    HAGER & PARTNERS

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