NEWSLETTER N. 6 - 2021

  • EINHEITLICHE BESCHEINIGUNG 2021

    Sehr geehrte Kunden,

     

    hiermit möchten wir Sie darauf hinweisen, dass bis zum 16. März 2021 die Bescheinigungen über die Einkünfte aus unselbständiger und selbstständiger Arbeit sowie die sonstigen Einkünfte (sogenannte einheitliche Bescheinigung - "Certificazione Unica - CU") elektronisch an die italienische Finanzverwaltung übermittelt werden müssen.

    Diese hat am 15. Januar 2021 mit Verfügung Nr. 13088 die Vordrucke für die "Einheitliche Bescheinigung 2021 - CU 2021" für das Jahr 2020 gemeinsam mit den Anweisungen zum Ausfüllen derselben Vordrucke und den Informationen für die Steuerpflichtigen genehmigt.

     

    PRÄMISSEN

    Zur Erfüllung dieser Meldepflicht muss das Steuersubstitut:

    • den "herkömmlichen" Vordruck bis zum 16. März 2021 an die italienische Finanzverwaltung übermitteln, damit diese über die erforderlichen Daten für das Vorausfüllen der Steuererklärungen (Vordruck 730/2021 und EINKOMMEN 2021 NP) sowie für die Erklärungen der Steuersubstitute (Vordruck 770/2021) verfügt;
    • dem Empfänger der Einkünfte die Bescheinigung in zweifacher Ausfertigung bis zum 16. März 2021 aushändigen und hierfür den verkürzten Vordruck, der weniger Angaben als der "herkömmliche" Vordruck enthält, verwenden.

    Artikel 1 Absatz 933 Gesetz 205 vom 27. Dezember 2017 (Haushaltsgesetz 2018) schreibt fest, dass die Einheitlichen Bescheinigungen, die keine Angaben enthalten, die zur Erstellung der vor-ausgefüllten Steuererklärung verwendet werden, der italienischen Finanzverwaltung innerhalb der Frist für die elektronische Übermittlung der Vordrucke 770 bis zum 31. Oktober (2. November für das Jahr 2021) elektronisch übermittelt werden können.

     

    1. Subjektiver und objektiver Anwendungsbereich

    Zur Einreichung sind all jene Subjekte verpflichtet, welche im Jahr 2020 Beträge oder Werte ausgezahlt haben, die der Quellenbesteuerung unterlagen, und zwar:

    • Einkünfte aus unselbständiger Arbeit und denselben gleichgestellte Einkünfte;
    • Einkünfte aus selbständiger Arbeit gemäß Artikel 53 ESTG (TUIR);
    • quellensteuerpflichtige Provisionen jedweder Art gemäß Artikel 25-bis DPR 600/1973;
    • Provisionen aus Haustürgeschäften gemäß Artikel 19 GVD 114/98;
    • quellensteuerpflichtige Entgelte aus Werkverträgen gemäß Artikel 25-ter DPR 600/1973;
    • einige sonstige Erträge gemäß Artikel 67 des EStG (z. B. gelegentliche selbständige Arbeit, Entgelte für Amateursportaktivitäten, usw.);
    • Entgelte und Mieten für Kurzzeitmieten, einschließlich Weitervermietung und entgeltlicher Nutzungsleihe zugunsten Dritter seitens des Entlehners;
    • Entschädigungen für die Beendigung von Handelsvertreterverträgen, Entschädigungen für die Einstellung der Tätigkeit als Notar und Entschädigungen für die Beendigung von Profisportkarrieren, sofern es sich dabei um eine unselbständige Tätigkeit handelt;
    • in Folge von Pfändungen bei Dritten ausgezahlte Entgelte gemäß Artikel 21 Absatz 15 Gesetz 449 vom 27. Dezember 1997;
    • in Folge von Enteignungen ausgezahlte Summen gemäß Artikel 11 Gesetz 413 vom 30. Dezember 1991;
    • Quellensteuereinbehalte und Abzüge;
    • Vor- und Fürsorgebeiträge, die dem Unfallversicherungsinstitut (INPS) geschuldet sind.

    Die einheitliche Bescheinigung 2021 muss auch zur Bestätigung der 2020 entrichteten Einkünfte verwendet werden, die nicht zur Bemessungsgrundlage für Steuern und Vor- und Fürsorgebeiträge zählen.

    Nicht in der einheitlichen Bescheinigung anzugeben sind hingegen:

    • Dividenden und denselben gleichgestellte Erträge sowie die entsprechenden Quellen- oder Ersatzsteuern, die weiterhin mit dem entsprechenden Vordruck (CUPE) zu melden sind (genehmigt durch Verfügung der italienischen Finanzverwaltung Nr. 10663 vom 15. Januar 2019 und aktualisiert am 11. Februar 2021);
    • Veräußerungsgewinne, für deren Bescheinigung weiterhin keine Formvorschriften gelten, die jedoch folgenden Angaben umfassen muss: allgemeine Daten und Steuernummer der Steuerpflichtigen; Art, Gegenstand und Tag der Durchführung des Geschäftsvorgangs; Anzahl der Finanzanlagen, die Gegenstand des Geschäftsvorgangs sind; eventuelle Vergütungen, Differenzen und Prämien (Art. 10 GVD 461/97 und Punkt 3 der Verfügung der italienischen Finanzverwaltung Nr. 13088 vom 15. Januar 2021);
    • Zinsen und sonstige Einkünfte aus Kapitalvermögen, wofür keine Formvorschriften gelten. Allerdings müssen die ausbezahlten Beträge und Werte (zuzüglich und abzüglich etwaiger Abzüge) und die Steuereinbehalte bescheinigt werden (Artikel 8 Ministerialverordnung vom 9. Januar 1998).

    Wir erinnern an dieser Stelle daran, dass auch für an natürliche Personen entrichtete Entgelte, die (i) unter Steuervergünstigungen fallen (Mindeststeuerzahler und Pauschalbesteuerung) und (ii) von denen keine Quellensteuern einbehalten wurden, die Einheitliche Bescheinigung zu verwenden ist.

    Die Einheitliche Bescheinigung ist auch von Arbeitgebern auszustellen, die keine Steuersubstitute sind und zwar: i) bezogen auf die Daten zu Für- und Vorsorgebeiträgen an das Sozialfürsorgeinstitut (INPS); ii) ausgenommen Hausangestellte, denen eine vereinfachte Ersatzerklärung ausgehändigt wird.

     

    2. Neuerungen 2021    

    Die neue Übersicht der Einheitlichen Bescheinigung 2020 enthält folgende wichtige Neuerungen:

    • eine neue Zulage für Einkünfte aus lohnabhängiger und gleichgestellter Arbeit, die nicht zur Bemessungsgrundlage der Einkünfte zählt und den sog. Renzi-Bonus ersetzt. Sie steht Personen zu, die Einkünfte aus abhängiger Arbeit (Rentner ausgenommen) und jegliche diesen Einkünften gleichgestellte Einkünfte erzielen, wenn die Bruttosteuer höher als die zustehenden Abzüge ausfällt und sofern ein Gesamteinkommen von höchstens Euro 28.000,00 erzielt wird;
    • Einführung eines Steuerabzugs für Personen, die Einkünfte aus lohnabhängiger Arbeit und jegliche diesen Einkünften gleichgestellte Einkünfte erzielen (Rentner ausgenommen), mit einem Gesamteinkommen zwischen Euro 28.000,00 und Euro 40.000,00 für die zwischen dem 1. Juli 2020 und dem 31. Dezember 2020 erbrachten Leistungen;
    • Anpassung der Einkommenssteuerabzüge für die Ausgaben gemäß Art. 15 EStG an das Gesamteinkommen, mit Ausnahme jener für Schuldzinsen für Darlehen und Gesundheitsausgaben (Art. 1 Abs. 629, Gesetz 160/2019);
    • Einführung eines entsprechenden Abschnitts im Teil für die Fürsorgeangaben zur Angabe der an die Gesellschafter von handwerklichen Genossenschaften ausbezahlten Einkünfte, die im Vordruck EINKÜNFTE 2021 (Übersicht RR, Abschnitt I) anzuführen sind; aufgrund von Art. 1 Abs. 114 Gesetz 208/2015 zählen Vergütungen, die an Gesellschafter von handwerklichen Genossenschaften ausbezahlt wurden, bei denen ein selbständiges Arbeitsverhältnis gegeben ist, zu den Einkünften, die jenen aus lohnabhängiger Arbeit gleichgestellt werden, wobei sich diese steuerliche Einteilung nicht auf die diesbezügliche Vorsorgeregelung auswirkt;
    • infolge des Notstandes durch COVID-19 wird in der einheitlichen Bescheinigung 2021 auch Folgendes berücksichtigt:
    • die Schutzklausel gemäß Art. 128 Gesetzesdekret 34/2020, gemäß der die Zuerkennung des sog. Renzi-Bonus (bis zum 30. Juni 2020) und der neuen Zulage (seit 1. Juli 2020) auch dann vorgesehen ist, wenn die Bruttosteuer des Arbeitnehmers aufgrund des geringeren Einkommens aus lohnabhängiger Arbeit im Jahr 2020 niedriger als die zustehenden Abzüge ausfällt. In diesem Fall muss anstelle der sozialen Auffangmaßnahmen gemäß Gesetzesdekret 18/2020 von der vertraglichen Vergütung ausgegangen werden, die im Normalfall (ohne Gesundheitsnotstand) zugestanden wäre;
    • die Prämie in Höhe von Euro 100,00, die nicht zum Einkommen zählt, für lohnabhängige Arbeiter im privaten und öffentlichen Bereich mit einem Einkommen aus lohnabhängiger Arbeit von weniger als Euro 40.000,00, die im März 2020 weiterhin an ihrem Arbeitsplatz tätig waren (Art. 63 Gesetzesdekret 18/2020);
    • die Erhöhung des gemäß Art. 51 Abs. 3 EStG nicht zum Einkommen zählenden Gesamtbetrages der veräußerten Güter und erbrachten Dienstleistungen gegenüber Arbeitnehmern von Euro 258,23 auf Euro 516,46 (Art. 112 Gesetzesdekret 104/2020) im Veranlagungszeitraum 2020;
    • die an das auszahlende Rechtssubjekt abzüglich der Quellensteuern rückerstatteten Beträge auf Grundlage der Bestimmungen gemäß Art. 150 Gesetzesdekret 34/2020;
    • mit Bezug auf den Veranlagungszeitraum 2020, die Wiedereinführung der Möglichkeit zur Widmung der 2 Promille der Einkommensteuer (IRPEF) an kulturelle Vereine, die in ein entsprechendes Verzeichnis des Präsidiums des Ministerrats eingetragen sind (Art. 97-bis Gesetzesdekret 104/2020).

     

    3. Abgabefristen

    Hiermit erinnern wir daran, dass Steuersubstitute die neuen einheitlichen Bescheinigungen für den Veranlagungszeitraum 2020 bis 16. März 2021 elektronisch übermitteln und hierfür den entsprechenden Vordruck, den die italienische Finanzverwaltung mit Verfügung 13088/2021 veröffentlicht hat, verwenden müssen.

    Des Weiteren möchten wir darauf hinweisen, dass die gegenständliche Bescheinigung jene für Entgelte für selbständige Arbeit (ohne Formvorschriften) ersetzt. Folglich müssen Steuersubstitute die Einheitliche Bescheinigung (für den Veranlagungszeitraum 2020) den Einkommensempfängern bis zum 16. März 2021 zukommen lassen.

    Gemäß Gesetz 205/2017 können Einheitliche Bescheinigungen, die ausschließlich steuerfreie Einkünfte oder Einkünfte umfassen, die nicht anhand einer vor-ausgefüllten Steuererklärung erklärt werden können, bis zur Frist für die Einreichung der 770-Vordrucke bis zum 31. Oktober (2. November im Jahr 2021) übermittelt werden, ohne dass Strafgebühren anfallen.

    Möchten Sie Hager & Partners als zugelassenen Übermittler mit der Einreichung der Bescheinigungen betrauen, ersuchen wir darum, uns Ihre Einverständniserklärung bis zum 26. Februar 2021 zukommen zu lassen.

    Für weitere Fragen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.

     

    Mit freundlichen Grüßen

    HAGER & PARTNERS

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