NEWSLETTER NR. 37 - 2020

  • TRANSFER PRICING: AUSWIRKUNGEN VON COVID-19 UND ANPASSUNGEN ZUM JAHRESENDE

    In diesem Jahr, das von der weltweiten Corona-Pandemie gekennzeichnet ist, wurde die Welt in vielerlei Hinsicht erschüttert. Die allgemeine Einstellung der Wirtschaftstätigkeiten, die erforderlichen staatlichen Hilfsmaßnahmen, die psychologischen Auswirkungen und viele weitere Faktoren haben sich auch auf die globale Wirtschaft negativ ausgewirkt. Dadurch wurden auch die normalerweise von multinationalen Konzernen jeglicher Größe angewandten Produktions- und Vertriebsmodelle auf eine harte Probe gestellt. Für diese Konzerne begann somit eine strategische Überprüfung der Supply Chains, die nicht nur kurzfristige (2020-2022) sondern auch mittelfristige (2023-2025) Folgen mit sich bringt.

    Zu den am meisten innerhalb der Konzerne diskutierten Themen gehören u. a. mit Sicherheit folgende Punkte:

    • Aufteilung der Gewinne (derzeit in vielen Fällen Verluste) zwischen der Muttergesellschaft (principal) und den verbundenen Unternehmen mit niedrigem Risiko (z. B. Hersteller für Dritte und Vertreiber mit beschränktem Risiko);
    • Rendite der immateriellen Güter, die sowohl auf Produktions- als auch auf Vertriebsebene eingesetzt werden;
    • eventuelle Aufteilung von öffentlichen Beihilfen auf Konzernebene mit Inanspruchnahme seitens einiger verbundenen Unternehmen;
    • Überprüfung der Ratings der Niederlassungen, die an Finanzinstrumenten des Konzerns beteiligt sind, z. B. konzerninterne Finanzierungen, Garantien, Cash-Pooling und sonstige;
    • Verwaltung von konzerninternen Verträgen für die Erbringung von zentral organisierten unterstützenden Dienstleistungen (z. B. Cost Sharing Agreements) und von Verträgen für die gemeinsame Entwicklung der immateriellen Güter (z. B. Cost Contribution Arrangements).

    Alle hier aufgezählten Punkte betreffen somit die allgemeine Zuweisung von Funktionen, Risiken und Gütern (assets) an die einzelnen Konzerngesellschaften im Zusammenhang mit den verschiedenen Arten von konzerninternen Transaktionen, an denen sie beteiligt sind, wobei möglicherweise auch kritische Aspekte der bis hierhin angewandten Modelle aufgezeigt werden können.

    In Erwartung der Verabschiedung (bis hoffentlich Ende des Jahres) von methodologischen Vorgaben durch die OECD zum Umgang mit Transferpricing während der Pandemie in Absprache mit den Finanzverwaltungen der Mitgliedsstaaten sind multinationale Konzerne demzufolge bereits jetzt dazu aufgerufen, eventuelle Anpassungen der im Laufe des Jahres angewandte Verrechnungspreispolitik zu beurteilen, um der veränderten Wirtschaftslage Rechnung zu tragen. Die Mängel der jetzt getroffenen Entscheidungen werden sich in den nächsten Jahren zeigen, sobald die Finanzverwaltungen die Steuerprüfung der von Covid-19 betroffenen Geschäftsjahre vornehmen, wobei ein potentielles Risiko für eine Doppelbesteuerung besteht.

    Daher ist es erforderlich, dass sämtliche jetzt eingeführten Änderungen auf Grundlage der derzeit verfügbaren (heutigen und zukünftigen) Daten genauestens beurteilt werden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen (auf die Ergebnisse der einzelnen Konzerngesellschaften sowie auf Konzernebene) und rechtlichen Folgen (für die Erarbeitung der konzerninternen Verträge) werden mit Sicherheit zahlreich und komplex sein.

    Aus diesen Gründen bietet unsere Abteilung Transfer Pricing & Tax Value Chain multinationalen Konzernen die erforderliche fachliche Unterstützung bei der Analyse und Verwaltung aller Aspekte im Zusammenhang mit Verrechnungspreisen und Supply Chains in dieser komplexen Situation, der wir uns heute gemeinsam stellen.

     

    Mit freundlichen Grüßen

    HAGER & PARTNERS

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