NEWSLETTER NR. 33 - 2020

  • "AUGUST-DEKRET": DIE ÄNDERUNGEN DES UMWANDLUNGSGESETZES

    Das Gesetzesdekret Nr. 104 vom 14. August 2020 (sog. "August-Dekret") wurde in Gesetz Nr. 126 vom 13. Oktober 2020 umgewandelt (veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 253 vom 13. Oktober 2020), das am 14. Oktober 2020 in Kraft getreten ist. Vorbehaltlich der bereits in unserem Newsletter Nr. 29/2020 aufgezeigten steuerlichen Neuerungen des August-Dekrets, werden nachfolgend die mit der Gesetzesumwandlung eingeführten Änderungen angeführt.

     

    AUFSCHUB FÜR ABSCHREIBUNGEN

    Die nach italienischen Rechnungslegungsgrundsätzen (OIC) bilanzierenden Unternehmen können von der jährlichen Abschreibung der Kosten der materiellen und immateriellen Vermögenswerte für das zum 15. August 2020 laufende Geschäftsjahr - teilweise oder zur Gänze - absehen, wobei der aus dem letzten ordnungsgemäß genehmigten Jahresabschluss hervorgehende Bilanzansatz beibehalten wird.

    Der nicht im Jahr 2020 abgeschriebene Anteil wird in der Gewinn- und Verlustrechnung des darauffolgenden Geschäftsjahres ausgewiesen. Die nachfolgenden Abschreibungen werden nach demselben Prinzip aufgeschoben, wodurch der ursprüngliche Tilgungsplan um die besagte Abschreibung um ein Jahr verlängert wird.

    Steuerpflichtige, die die Abschreibungen nicht vornehmen, müssen eine nicht ausschüttbare Gewinnrücklage einstellen. Sollten die Gewinne des Geschäftsjahres geringer als der genannte Abschreibungsanteil sein, wird die Rücklage mit Gewinnrücklagen oder anderen verfügbaren Eigenkapitalrücklagen ergänzt. Ist dies nicht möglich, wird die Rücklage durch Rückstellung der Gewinne der darauffolgenden Geschäftsjahre um die Differenz ergänzt.

    Die nicht im Jahresabschluss ausgewiesenen Abschreibungen sind dennoch absetzbar:

    • von der Körperschaftssteuer IRES, zu den Bedingungen und Einschränkungen gemäß Art. 102, 102-bis und 103 italienisches EStG (TUIR),
    • von der Wertschöpfungssteuer IRAP, zu den Bedingungen und Einschränkungen gemäß Art. 5, 5-bis, 6 und 7 GvD 446/1997,

    unabhängig von der Verbuchung in der Gewinn- und Verlustrechnung.

     

    AUFWERTUNG DER UNTERNEHMENSGÜTER

    Die buchhalterische und – bei Zahlung einer Ersatzsteuer in Höhe von 3 Prozent – steuerrechtliche Aufwertung der Unternehmensgüter kann von Unternehmen durchgeführt werden, deren Geschäftsjahr nicht mit dem Kalenderjahr übereinstimmt, und zwar:

    • im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019, wenn dieser nach dem 14. Oktober 2020 genehmigt wurde,
    • wenn die aufgewerteten Unternehmensgüter und Beteiligungen aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 hervorgehen.

    Alternativ dazu besteht in jedem Falle die Möglichkeit, die Aufwertung im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 durchzuführen, sofern die aufgewerteten Unternehmensgüter und Beteiligungen aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 hervorgehen.

     

    VERLUSTBEITRAG IN BERGGEMEINDEN NACH KATASTROPHENEREIGNISSEN

    Steuerpflichtige, die:

    • bis zum 13. August 2020 keinen Antrag auf Verlustbeitrag gemäß Art. 25 Gesetzesdekret Nr. 34/2020 eingereicht haben und
    • ihren Steuerwohnsitz oder Geschäftssitz seit Beginn des Katastrophenereignis in den betroffenen Gemeinden haben, in denen zum 31. Jänner 2020 noch der Notstand galt und die gänzlich als Berggebiete eingestuft sind und in dem vom ital. Statistikamt ISTAT erstellten Verzeichnis der italienischen Gemeinden oder im Rundschreiben des ital. Wirtschafts- und Finanzministeriums Nr. 9/1993 aufgelistet sind,

    können den Antrag auf Verlustbeitrag innerhalb von 30 Tagen ab der Wiederaufnahme des dafür vorgesehenen elektronischen Einreichungsverfahrens gemäß Verfügung des Direktors des italienischen Finanzamtes einreichen. Zu diesem Zweck nimmt das italienische Finanzamt das elektronische Verfahren bis zum 29. Oktober 2020 wieder auf und regelt die Umsetzungsmodalitäten.

     

    UMWANDLUNG LATENTER STEUERANSPRÜCHE IN STEUERGUTHABEN

    Die Bestimmungen gemäß Art. 44-bis Gesetzesdekret 34/2019 zur Regelung der Umwandlung latenter Steueransprüche in Steuerguthaben in Bezug auf:

    1. noch nicht verrechnete Steuerverluste,
    2. Überschuss an Eigenkapitalförderung (ACE), der bisher weder abgezogen noch genutzt wurde,

    seitens Gesellschaften, die im Jahr 2020 Forderungen gegenüber säumigen Schuldnern abtreten, wurden wie folgt ergänzt.

    Steuerguthaben aus Umwandlungen können ab dem Zeitpunkt der Rechtswirksamkeit der Abtretung, und somit ab dem Veranlagungszeitraum 2020, verwendet werden.

    Bei Konzernbesteuerung seitens der Gesellschaft, die die Forderungen abtritt, werden in erster Linie die Verluste und der Überschuss an Eigenkapitalförderung bezüglich der Geschäftsjahre vor der Konzernbesteuerung und in zweiter Linie die insgesamt von der beherrschenden Gesellschaft vorgetragenen Verluste berücksichtigt. Ab Rechtswirksamkeit der Forderungsabtretung können die Verluste im Zusammenhang mit den latenten Steueransprüchen, die gänzlich in Steuerguthaben umgewandelt wurden, nicht von der beherrschenden Gesellschaft von den steuerpflichtigen Einkünften in Abzug gebracht werden.

    Bei der Transparenzbesteuerung gemäß Art. 115 EStG seitens der beteiligten Gesellschaft werden in erster Linie die Verluste und der Überschuss an Eigenkapitalförderung (ACE) der Geschäftsjahre vor der Transparenzbesteuerung der beteiligten Gesellschaft gemeinsam mit jenen, die gemäß Art. 115 Abs. 3 EstG nicht den Gesellschaftern zugewiesen werden, berücksichtigt und in zweiter Linie die den beteiligten Gesellschaftern zugewiesenen und noch nicht von deren Einkünften in Abzug gebrachten Steuerverluste, wobei der Wert der von der transparenten Gesellschaft abgetretenen Forderungen im Verhältnis zur Zuweisung der Verluste berücksichtigt werden muss. Ab Rechtswirksamkeit der Forderungsabtretung können die Verluste im Zusammenhang mit den latenten Steueransprüchen, die gänzlich in Steuerguthaben umgewandelt wurden, nicht von den beteiligten Gesellschaftern von den steuerpflichtigen Einkünften in Abzug gebracht werden. Der Überschuss an Eigenkapitalförderung (ACE) im Zusammenhang mit latenten Steueransprüchen, die gänzlich in Steuerguthaben umgewandelt wurden, kann nicht mittels Steuerguthaben in Abzug gebracht oder genutzt werden.

    Die Steuererleichterung kann auch von Personengesellschaften genutzt werden. Bei Forderungsabtretung durch eine Personengesellschaft werden die Steuerverluste und der Überschuss an Eigenkapitalförderung (ACE), die den Gesellschaftern zugewiesen und noch nicht von deren Einkünften in Abzug gebracht wurden, berücksichtigt, wobei der Wert der von der Gesellschaft abgetretenen Forderungen im Verhältnis gemäß Art. 5 EStG berücksichtigt werden muss. Ab Rechtswirksamkeit der Forderungsabtretung können die Verluste im Zusammenhang mit den latenten Steueransprüchen, die gänzlich in Steuerguthaben umgewandelt wurden, nicht von den beteiligten Gesellschaftern von den steuerpflichtigen Einkünften in Abzug gebracht werden. Der Überschuss an Eigenkapitalförderung (ACE) im Zusammenhang mit latenten Steueransprüchen, die gänzlich in Steuerguthaben umgewandelt wurden, kann nicht mittels Steuerguthaben in Abzug gebracht oder genutzt werden.

     

    STEUERGUTHABEN FÜR MIETZINS IN DER TOURISMUSBRANCHE

    Für touristische und gastgewerbliche Betriebe beträgt das Steuerguthaben gemäß Art. 28 Abs. 2 Gesetzesdekret 34/2020 für die Betriebspacht 50 Prozent. Wurden für einen touristischen/gastgewerblichen Betrieb zwei verschiedene Verträge abgeschlossen, nämlich einer für die Anmietung der Immobilie und einer für die Betriebspacht, steht das Steuerguthaben für beide Verträge zu.

    Das Steuerguthaben für den Mietzins für Nicht-Wohnimmobilien und für die Betriebspacht für touristische und gastgewerbliche Betriebe steht bis zum 31. Dezember 2020 zu.

     

    IMU-BEFREIUNG FÜR DIE TOURISMUSBRANCHE

    Die IMU-Befreiung für Zubehör von Liegenschaften der Katasterkategorie D/2 gilt sowohl für die erste, als auch für die zweite Rate 2020.

     

    AUFSCHUB DER STEUERZAHLUNGEN FÜR STEUERPFLICHTIGE ANWENDER DER ISA-KENNZAHLEN

    Steuerpflichtige, welche den ISA-Kennzahlen (zur Steuerzuverlässigkeit) unterliegen müssen und im ersten Halbjahr 2020 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum einen Umsatz- oder Einnahmenrückgang von mindestens 33 Prozent verzeichnet haben und die am 20. Juli 2020 (bzw. 20. August 2020 mit Aufschlag von 0,4 Prozent) fälligen Steuerzahlungen ganz oder teilweise nicht getätigt haben, können diese bis zum 30. Oktober 2020 mit einem Aufschlag von 0,8 Prozent der Steuerschuld ohne Strafgebühren nachzahlen.

    Weiters wird die zweite oder einmalige Vorauszahlung der Einkommenssteuern und der regionalen Wertschöpfungssteuer IRAP für 2020 (bzw. für den auf den 31. Dezember 2019 folgenden Veranlagungszeitraum) für Steuerpflichtige, welche die ISA-Kennzahlen anwenden müssen und im ersten Halbjahr 2020 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum einen Umsatz- oder Einnahmenrückgang von mindestens 33 Prozent verzeichnet haben, auf den 30. April 2021 aufgeschoben.

     

    REGISTERGEBÜHREN AUF ZUR AUFFORSTUNG GENUTZTE LANDWIRTSCHAFTLICHE GRUNDSTÜCKE

    Die Registergebühren auf die Abtretung der zur Aufforstung genutzten landwirtschaftlichen Grundstücke fallen bis zum 31. Dezember 2020 in reduzierter Höhe von 1 Prozent an, wobei eine Mindestgebühr von 1.000 Euro gilt.

    Im Hinblick auf die Anwendung der Registergebühren in Höhe von 1 Prozent muss der Käufer:

    • im Kaufvertrag erklären, die Grundstücke zur Aufforstung zu nutzen,
    • sich dazu verpflichten, besagte Zweckbestimmung für einen Mindestzeitraum von 30 Jahren beizubehalten,
    • innerhalb von 12 Monaten ab Kauf mindestens 250 Bäume/Hektar anpflanzen.

    Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, fallen die Registergebühren im gewohnten Ausmaß sowie ein Zuschlag in Höhe von 30 Prozent der Registergebühren an.

     

    ABSETZBETRAG FÜR ENERGETISCHE UND ERDBEBENSICHERE SANIERUNG

    Die Obergrenze für bis zum 31. Dezember 2020 getätigte Ausgaben für die Inanspruchnahme der Steuerförderung für energetische und erdbebensichere Sanierung gemäß Art. 119 Gesetzesdekret 34/2020 wird um 50 Prozent angehoben (d. h. von Euro 96.000 auf Euro 144.000), und zwar für den Wiederaufbau der durch Erdbeben beschädigten Gebäude in den Gemeinden, die in den Verzeichnissen im Anhang zum Gesetzesdekret 189/2016 und 39/2009 erfasst sind. In diesem Fall kann entweder die Steuerförderung oder der Zuschuss für den Wiederaufbau in Anspruch genommen werden. Die Steuerförderung gilt für sämtliche Ausgaben zur Wiederinstandsetzung beschädigter Gebäude, einschließlich Gebäude, die keine Erstwohnungen sind. Der Zuschuss gilt nicht für betriebliche Immobilien.

     

    ABSETZBETRAG "SUPERBONUS"

    Für den sog. "Superbonus" gemäß Art. 119 Gesetzesdekret 34/2020 sind die Beschlüsse der Eigentümerversammlung eines Kondominiums zur Genehmigung der Baumaßnahmen und allfälliger diesbezüglicher Finanzierungen sowie zur Wahlrechtsausübung für die Abtretung der Steuergutschrift oder für den Lieferantenskonto gültig, sofern die Mehrheit der Teilnehmer sowie mindestens ein Drittel des Wertes des Kondominiums zustimmen.

    Im Hinblick auf den Absetzbetrag wird weiters darauf hingewiesen, dass unter "eigenständigem Zugang von außen" ein "unabhängiger Zugang" verstanden wird, der "nicht mit anderen Immobilieneinheiten gemeinsam genutzt wird und durch ein Eingangs-/Einfahrtstor verschlossen ist, das den Zugang/die Zufahrt von der Straße oder vom Hof oder Garten aus und somit auch von Gemeinschaftsflächen aus ermöglicht“.

     

    Mit freundlichen Grüßen

    HAGER & PARTNERS

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