NEWSLETTER NR. 29 - 2020

  • "AUGUST"-DEKRET

    Mit Gesetzesdekret Nr. 104 vom 14. August 2020 (veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 203 vom 14. August 2020) wurden weitere steuerliche Maßnahmen zur Unterstützung und zum Aufschwung der Wirtschaft eingeführt.

     

    VERLUSTBEITRAG FÜR DIE GASTRONOMIE

    Es wurde ein Fonds von 600 Millionen Euro eingerichtet für Verlustbeiträge an Unternehmen mit Tätigkeiten mit ATECO-Kodizes 56.10.11, 56.29.10 und 56.29.20, und zwar für den Ankauf von Produkten, einschließlich solcher aus dem Weinbau, aus landwirtschaftlicher Herstellung und aus der Lebensmittelproduktion, auch mit geschützter Ursprungsbezeichnung (DOP) und geschützter geographischer Angabe (IGP).

    Der Verlustbeitrag wird zuerkannt, sofern der durchschnittliche Umsatz und die Einnahmen von März bis Juni 2020 weniger als drei Viertel des durchschnittlichen Umsatzes und der Einnahmen von März bis Juni 2019 ausmachen.

    Der Verlustbeitrag steht weiters auch jenen Steuerpflichtigen zu, die ihre Geschäftstätigkeit ab 1. Jänner 2019 aufgenommen haben.

    Für die Auszahlung muss ein Antrag gestellt werden. Die genaue Vorgangsweise ist noch per Verfügung festzulegen.

     

    VERLUSTBEITRAG FÜR GESCHÄFTSTÄTIGKEITEN IN DER ALTSTADT

    Steuerpflichtige, die eine Verkaufs- oder Dienstleistungstätigkeit gegenüber der Öffentlichkeit in einer Altstadt ausüben, haben Anrecht auf einen Verlustbeitrag.

    Dieser wird zuerkannt, sofern der Umsatz und die Einnahmen für Juni 2020 weniger als zwei Drittel des Umsatzes und der Einnahmen für Juni 2019 ausmachen.

    Der Verlustbeitrag errechnet sich dadurch, indem ein Prozentsatz auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem Umsatz und der Einnahmen für Juni 2020 und dem Umsatz und der Einnahmen für Juni 2019 angewandt wird, und zwar in Höhe von:

    • 15 Prozent für Steuerpflichtige mit Erträgen oder Vergütungen von höchstens 400 Tsd. Euro;
    • 10 Prozent für Steuerpflichtige mit Erträgen oder Vergütungen von mehr als 400 Tsd. Euro und bis zu 1 Million Euro;
    • 5 Prozent für Steuerpflichtige mit Erträgen oder Vergütungen von mehr als 1 Million Euro

    im Veranlagungszeitraum 2019.

    Der Verlustbeitrag beträgt in jedem Falle mindestens 1.000 Euro für natürliche Personen und 2.000 Euro für die übrigen Steuerpflichtigen. Der Verlustbeitrag kann jedenfalls höchstens 150 Tsd. Euro betragen.

     

    STEUERGUTHABEN FÜR MIETZINSE VON NICHTWOHNGEBÄUDEN UND BETRIEBSPACHT

    Das vom Gesetzesdekret Nr. 34/2020 ("Decreto Rilancio") vorgesehene Steuerguthaben für die Mietzinse von Nichtwohngebäuden und für die Betriebspacht wurde auf Juni ausgedehnt. Für touristische und gastgewerbliche Betriebe mit rein saisonaler Tätigkeit wird das Steuerguthaben auch auf Juli ausgedehnt.

     

    IMU-BEFREIUNG FÜR TOURISMUSBETRIEBE UND SHOWGESCHÄFT

    Im Jahr 2020 ist die zweite Rate der Immobiliensteuer IMU gemäß Art. 1 Abs. 738-783 Gesetz 160/2019 nicht fällig für:

    1. Immobilien, welche als Badeanstalten am Meer, an Seen und Flüssen sowie für Thermalanlagen bestimmt sind;
    2. Immobilien der Katasterkategorie D/2 und diesbezügliche Nebenflächen, Immobilien die als Urlaub auf dem Bauernhof, Feriendörfer, Jugendherbergen, Berghütten, Ferienlager am Meer und in den Bergen, Zimmervermietung für Kurzaufenthalte, Ferienhäuser und -wohnungen, Bed & Breakfast, Residence und Campingplätze, sofern die jeweiligen Eigentümer auch die dortige Tätigkeit ausüben, genutzt werden;
    3. Immobilien der Katasterkategorie D, die von Unternehmen genutzt werden, die Tätigkeiten zur Ausstattung von Ausstellungseinrichtungen im Rahmen von Messen oder Veranstaltungen ausüben;
    4. Immobilien der Katasterkategorie D/3, die als Kinos, Theater-, Konzert- und Aufführungssäle genutzt werden, sofern die Eigentümer der Immobilien auch Betreiber der dort ausgeübten Tätigkeiten sind;
    5. Immobilien, die als Diskotheken, Tanzlokale, Nachtclubs und ähnliches genutzt werden, sofern die Eigentümer der Immobilien auch Betreiber der dort ausgeübten Tätigkeit sind.

    Die Immobiliensteuer IMU ist für die Jahre 2021 und 2022 für Immobilien gemäß Buchstabe d) nicht geschuldet.

    Die Maßnahmen unterliegen der Genehmigung der Europäischen Kommission.

     

    STEUERGUTHABEN FÜR DIE AUFWERTUNG UND VERBESSERUNG VON TOURISTISCHEN UND GASTGEWERBLICHEN BETRIEBEN

    Das Steuerguthaben für die Aufwertung und die Verbesserung von touristischen und gastgewerblichen Betrieben gemäß Art. 10 Gesetzesdekret Nr. 83/2014 wird im Ausmaß von 65 Prozent für die beiden Veranlagungszeiträume nach jenem zum 31. Dezember 2019 zuerkannt.

    Das Steuerguthaben kann ausschließlich verrechnet werden.

     

    STEUERGUTHABEN FÜR WERBEAUSGABEN ZUGUNSTEN VON PROFESSIONELLEN SPORTLIGEN UND -VERBÄNDEN UND AMATEURSPORTVEREINEN

    Unternehmen, Selbständige und nicht gewerbliche Körperschaften, die in Werbekampagnen investieren, einschließlich Sponsoring, erhalten im Jahr 2020 ein Steuerguthaben in Höhe von 50 Prozent der zwischen 1. Juli 2020 und dem 31. Dezember 2020 getätigten Investitionen zugunsten von:

    • Ligen, die Italienmeisterschaften im Teamsport im Rahmen der olympischen Disziplinen organisieren;
    • professionellen Sportverbänden und Amateursportvereinen, die im Verzeichnis des italienischen olympischen Komitees (CONI) eingetragen sind und olympische Sportarten sowie Jugendsport ausüben.

    Die Werbeausgaben müssen insgesamt mindestens 10 Tsd. Euro betragen und zugunsten von professionellen Sportligen und -verbänden und Amateursportvereinen getätigt werden, die im Veranlagungszeitraum 2019 in Italien Erträge in Höhe von mindestens 200 Tsd. Euro und höchstens 15 Millionen Euro erzielt haben.

    Das Steuerguthaben steht im Rahmen der festgelegten Obergrenze zu. Sollten die verfügbaren Mittel nicht für die zugelassenen Anträge ausreichen, so werden diese zwischen den Begünstigten im Verhältnis zum abstrakt zustehenden Steuerguthaben aufgeteilt. Dabei gilt eine individuelle Obergrenze für jeden Steuerpflichtigen in Höhe von 5 Prozent der gesamten jährlich verfügbaren Mittel.

    Das Steuerguthaben kann ausschließlich verrechnet werden, wobei zunächst ein direkter Antrag an die Abteilung für Sport des Präsidiums des Ministerrates gestellt werden muss.

    Das Steuerguthaben kann in Anspruch genommen werden, wenn die Zahlungen mittels Bank- oder Postüberweisung oder über andere nachweisbare Zahlungsmethoden erfolgt sind.

     

    RATENAUFTEILUNG DER AUSGESETZTEN ZAHLUNGEN

    Die Zahlungen von Quellensteuern auf Einkünfte aus lohnabhängiger Arbeit, von Beiträgen und Prämien und der Mehrwertsteuer, die bereits mit Art. 126 und 127 Gesetzesdekret Nr. 34/2020 ("Decreto Rilancio") ausgesetzt wurden, können ohne Strafgebühren und Zinsen folgendermaßen in Raten aufgeteilt werden:

    • betreffend den Betrag in Höhe von 50 Prozent aller aufgeschobenen Zahlungen: Einmalzahlung bis zum 16. September 2020 oder Ratenzahlung mit höchstens vier gleichen Monatsraten und mit Zahlung der ersten Rate bis zum 16. September 2020;
    • betreffend die restlichen 50 Prozent: in höchstens 24 gleichen Monatsraten mit Zahlung der ersten Rate bis zum 16. Jänner 2021.

    Bereits bezahlte Beträge werden nicht rückerstattet.

     

    VERLÄNGERUNG ZWEITE VORAUSZAHLUNG

    Für Steuerpflichtige, die eine den Branchenrichtwerten (ISA) unterliegende Wirtschaftstätigkeit ausüben, wird die Zahlungsfrist der zweiten oder einmaligen Vorauszahlung der für den Veranlagungszeitraum nach jenem zum 31. Dezember 2019 geschuldeten Einkommenssteuern und regionalen Wertschöpfungssteuer (IRAP) bis zum 30. April 2021 verlängert.

    Die Verlängerung gilt für Steuerpflichtige, die im ersten Halbjahr 2020 gegenüber demselben Vorjahreszeitraum einen Umsatz- bzw. Einnahmenrückgang von mindestens 33 Prozent verzeichnet haben.

     

    ZAHLUNGSFRIST FÜR STEUERZAHLKARTEN

    Die zwischen 8. März und 15. Oktober 2020 fälligen Zahlungen für:

    • Steuerzahlkarten, die von Steuereintreibern ausgegeben wurden,
    • Steuerfeststellungsbescheide gemäß Artikel 29 und 30 Gesetzesdekret 78/2010,

    werden ausgesetzt.  Sie sind als Einmalzahlung innerhalb November 2020 zu tätigen.

     

    AUFWERTUNG DER WIRTSCHAFTSGÜTER

    Steuerpflichtige, die eine Geschäftstätigkeit ausüben, können die aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 hervorgehenden Wirtschaftsgüter und Beteiligungen aufwerten. Dies gilt nicht für Liegenschaften, auf deren Herstellung oder Austausch die Geschäftstätigkeit ausgerichtet ist.

    Die Aufwertung muss mit dem Jahresabschluss des darauffolgenden Geschäftsjahres erfolgen, wobei jedes Wirtschaftsgut gesondert aufgewertet werden kann und nicht sämtliche Güter einer bestimmten Kategorie aufgewertet werden müssen.

    Der den Wirtschaftsgütern im Rahmen der Aufwertung höher beigemessene Wert kann ab dem auf die Aufwertung folgenden Geschäftsjahr steuerlich anerkannt werden, und zwar:

    • lediglich für buchhalterische und zivilrechtliche Zwecke;

    oder

    • auch für die Zwecke der Einkommenssteuern und regionalen Wertschöpfungssteuer (IRAP) mittels Zahlung einer Ersatzsteuer von 3 Prozent für abschreibungsfähige und nicht abschreibungsfähige Vermögenswerte.

    Der Aktivsaldo aus der Aufwertung kann zur Gänze oder teilweise durch Anwendung einer Ersatzsteuer in Höhe von 10 Prozent freigestellt werden.

    Bei entgeltlicher Abtretung der aufgewerteten Wirtschaftsgüter, bei Zuweisung selbiger an die Gesellschafter oder bei Nutzung dieser zu betriebsfremden Zwecken bzw. bei persönlichem oder familiären Gebrauch seitens des Unternehmers vor Beginn des vierten Geschäftsjahres nach jenem, in dem die Aufwertung erfolgt ist, werden die Kosten des Vermögenswertes vor der Aufwertung für die Festsetzung des Veräußerungsgewinns oder -verlustes herangezogen.

    Die Ersatzsteuern von 3 und 10 Prozent werden in höchstens drei gleichen Jahresraten abgeführt. Die erste Rate ist innerhalb der Frist fällig, die für die Abschlusszahlung der Einkommenssteuern für den Veranlagungszeitraum vorgesehen ist, in dem die Aufwertung erfolgt ist. Die übrigen beiden Raten sind innerhalb der Frist zu zahlen, die jeweils für die Abschlusszahlung der Einkommenssteuern für die darauffolgenden Veranlagungszeiträume vorgesehen ist. Die abzuführenden Beträge können gemäß Art. 17 GvD 241/1997 verrechnet werden.

    Sofern vereinbar, gelten die Bestimmungen der Artikel 11, 13, 14 und 15 Gesetz 342/2000. Somit kann ebenso eine Wertangleichung der im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ausgewiesenen höheren Werte an die steuerlichen Werten durch Zahlung der Ersatzsteuer von 3 Prozent vorgenommen werden.

     

    BETRIEBLICHE SOZIALLEISTUNGEN

    Der Wert der von Unternehmen an die Arbeitnehmer abgetretenen Güter und erbrachten Dienstleistungen, der nicht zu den Einkünften gemäß Art. 51 ital. EStG zählt, wird für den Veranlagungszeitraum 2020 auf Euro 516,46 angehoben.

     

    Mit freundlichen Grüßen

    HAGER & PARTNERS

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