NEWSLETTER NR. 27 - 2020

  • VERLUSTBEITRAG

    Unternehmen und Selbständige, die über die gesetzlichen Voraussetzungen verfügen, können die Anträge auf Verlustbeiträge, die gemäß dem Gesetzesdekret "Decreto Rilancio" vorgesehenen sind, bis zum 13. August 2020 übermitteln. Sollte es sich bei dem Antragsteller um einen Erben handeln, der die Tätigkeit für das verstorbene Rechtssubjekt weiterführt, können die Anträge bis zum 24. August 2020 übermittelt werden (Verfügung des italienischen Finanzamtes, Protokollnr. 0230439/2020 vom 10. Juni 2020). 

    Außerdem wurden erste Klarstellungen zur Nutzung des Zuschusses dargelegt (italienisches Finanzamt, Rundschreiben Nr. 15 vom 13. Juni 2020).

  • STEUERGUTHABEN FÜR MIETZINS VON NICHTWOHNGEBÄUDEN

    Es wurden Klarstellungen bezüglich des Steuerguthabens für den Mietzins von Nichtwohngebäuden und für die Betriebspacht dargelegt (italienisches Finanzamt, Rundschreiben Nr. 14 vom 6. Juni 2020).

    Zur Verrechnung des Steuerguthabens soll der Steuercode "6920” verwendet werden (italienisches Finanzamt, Beschluss Nr. 32 vom 6. Juni 2020).

  • DIREKTE STEUERN

    ABSETZBETRAG FÜR ENERGETISCHE UND ERDBEBENSICHERE SANIERUNG VON NICHT BETRIEBLICHEN IMMOBILIEN

    Der Steuerabzug für:

    • energetische Sanierungsmaßnahmen (Ökobonus) gemäß Art. 1 Abs. 344-347 Gesetz Nr. 296/2006 und
    • Maßnahmen zur Erdbebensicherheit (Sismabonus) an Immobilien gemäß Art. 16 Abs. 1-bis ff Gesetzesdekret Nr. 63/2013

    steht Rechtssubjekten mit Betriebseinkommen zu, die die Maßnahmen an Immobilien, die sie besitzen oder innehaben, durchführen, ungeachtet der Kategorisierung besagter Immobilien als "Anlagegüter", "Bestandsimmobilien" oder "Immobilien des Betriebsvermögens" (italienisches Finanzamt, Beschluss Nr. 34 vom 25. Juni 2020).

     

    PRODUKTIVITÄTSPRÄMIEN

    Die Steuererleichterung auf Produktivitätsprämien gemäß Art. 1 Abs. 182-189 Gesetz Nr. 208/2015 wird unter der Voraussetzung angewandt, dass die Erfüllung der Wachstumsziele (die im Vorfeld vertraglich festgelegt wurden und im vertraglich festgelegten Zeitraum gemessen werden), die grundlegend für den Anspruch auf die Prämie sind, und nicht nur die diesbezügliche Auszahlung, nach Vertragsabschluss erfolgen. Daher müssen die Bewertungskriterien im Hinblick auf eine eventuelle zukünftige Produktivität vorzeitig festgelegt werden (italienisches Finanzamt, Beschluss Nr. 36 vom 26. Juni 2020).

  • MEHRWERTSTEUER

    RÄUMLICHER GELTUNGSBEREICH FÜR TELEKOMMUNIKATIONS-/RUNDFUNK- UND FERNSEHDIENSTLEISTUNGEN UND ELEKTRONISCHE DIENSTLEISTUNGEN

    Mit dem neuen Art. 7-octies DPR 633/1972, der seit 10. Juni 2020 in Kraft ist, wird der räumliche Geltungsbereich zu MwSt.-Zwecken für Telekommunikationsdienstleistungen, Fernseh- und Rundfunkübertragungsdienstleistungen und elektronische Dienstleistungen an private Auftraggeber geregelt.

    Mit der neuen Bestimmung wird eine Abweichung von der allgemeinen Vorschrift gemäß Art. 7-ter DPR 633/1972, gemäß dem Dienstleistungen als in Italien durchgeführt gelten, wenn sie von in Italien ansässigen Steuerpflichtigen an private Auftraggeber erbracht werden, eingeführt.

    Gemäß der Abweichung gelten folgende Dienstleistungen, wenn sie an private Auftraggeber erbracht werden, als in Italien durchgeführt:

    • Elektronische Dienstleistungen,  wenn der Auftraggeber in Italien geschäftsansässig ist und über keinen Geschäftssitz im Ausland verfügt;
    • Telekommunikationsdienstleistungen und Fernseh- und Rundfunkübertragungsdienstleistungen, wenn der Auftraggeber in Italien geschäftsansässig ist und über keinen Geschäftssitz im Ausland verfügt und diese Dienstleistungen innerhalb der EU in Anspruch genommen werden.

    Die Abweichung gilt allerdings in folgenden Fällen nicht:

    1. Wenn der Leistungserbringer ein Steuerpflichtiger mit Sitz in einem anderen EU-Land ist, gelten für Dienstleistungen an Auftraggeber mit Sitz in Italien einheitlich folgende Voraussetzungen:
    • der Leistungserbringer ist nicht zusätzlich in einem weiteren EU-Land ansässig;
    • der Gesamtbetrag der Dienstleistungen, abzüglich MwSt., die im vorangegangenen Kalenderjahr an Auftraggeber erbracht wurden, die nicht Steuerpflichtige mit Sitz in einem anderen EU-Land als jenem des Leistungserbringers sind, beträgt nicht mehr als Euro 10.000,00 und diese Höchstgrenze wurde im laufenden Jahr bisher nicht überschritten;
    • der Leistungserbringer hat sich nicht für die Anwendung der Mehrwertsteuer in Italien entschieden.
    1. Wenn der Leistungserbringer ein Steuerpflichtiger mit Sitz in Italien ist, gelten für Dienstleistungen gegenüber Auftraggebern mit Sitz in einem anderen EU-Land einheitlich folgende Voraussetzungen:
    • der Leistungserbringer ist nicht zusätzlich in einem weiteren EU-Land ansässig;
    • der Gesamtbetrag der Dienstleistungen, zuzüglich MwSt., die im vorangegangenen Kalenderjahr an Auftraggeber erbracht wurden, die nicht Steuerpflichtige mit Sitz in einem anderen EU-Land als Italien sind, beträgt nicht mehr als Euro 10K und diese Höchstgrenze wurde im laufenden Jahr bisher nicht überschritten;
    • der Leistungserbringer hat sich nicht für die Anwendung der Mehrwertsteuer im anderen EU-Land entschieden.

     

    RÄUMLICHER GELTUNGSBEREICH FÜR WASSERFAHRZEUGE

    Vom italienischen Finanzamt wurde eine Verfügung erlassen, in der geeignete Nachweise für die Nutzung der Wasserfahrzeuge außerhalb der EU gemäß Art. 7-quater, Buchst. e) DPR 633/1972 festgelegt werden. Dabei wird folgende Unterscheidung getroffen:

    • Wasserfahrzeuge mit Satelliten-Navigationssystemen oder Trasponder: Der Nachweis wird anhand der Daten und Informationen erbracht, die aus den verwendeten Navigationssystemen hervorgehen, die zu einer präzisen und einheitlichen Angabe der von dem Wasserfahrzeug zurückgelegten Seestrecken in der Lage sein müssen.
    • Wasserfahrzeuge ohne Satelliten-Navigationssysteme: Der Nachweis wird anhand der Vorlage des Leasing- oder Leihvertrages oder ähnlicher Verträge - mit kurzer Laufzeit - erbracht; weiters müssen mindestens zwei der nachfolgenden Nachweise erbracht werden: die Daten des Navigationlogbuches oder des Logbuches in Papierform oder in digitaler Form; digitale Fotoaufnahmen der Schiffsposition für jede Woche auf See, die von jedwedem Gerät aufgezeichnet und mindestens zwei Mal pro Woche auf See erfasst wird; Nachweise (Rechnungen, Verträge, Steuerbelege und diesbezügliche Zahlungsmittel) über den Ankerplatz des Wasserfahrzeuges in Häfen außerhalb der Europäische Union; Nachweise (Rechnungen, Verträge, Steuerbelege und diesbezügliche Zahlungsmittel) über den Erwerb von Gütern bzw. die Inanspruchnahme von Dienstleistungen bei Betrieben außerhalb der EU im Zusammenhang mit der Nutzung der Wasserfahrzeuge außerhalb der EU (Verfügung des italienischen Finanzamtes, Protokollnr. 234483/2020 vom 15. Juni 2020). 

     

    ELEKTRONISCHE TAGESEINNAHMEN

    Das italienische Finanzamt hat die Verfügung bezüglich der elektronischen Aufzeichnung und Übermittlung der Tageseinnahmen an die neuen Fristen des Gesetzesdekretes "Decreto Rilancio" angepasst. Im Einzelnen:

    • Die Verwendung der neuen Datei ist ab 1. Jänner 2021 verpflichtend;
    • Zur Umsetzung der Kassenbon-Lotterie müssen die elektronische Registrierkassen bis zum 31. Dezember 2020 angepasst werden.
    • Die Erklärung der Übereinstimmung mit den technischen Details eines bereits vom italienischen Finanzamt genehmigten Modells seitens der Hersteller muss bis zum 31. Dezember 2020 erfolgen (Verfügung des italienischen Finanzamtes, Protokollnr. 248558/2020 vom 15. Juni 2020). 

     

    ONLINE-VERKÄUFE ÜBER ELEKTRONISCHE SCHNITTSTELLEN

    Es wurden Klarstellungen zu den Fristen und Modalitäten für die Übermittlung von Daten in Bezug auf Online-Verkäufe von Gütern, die über die Verwendung von elektronischen Schnittstellen gemäß Art. 13 Abs. 1 Gesetzesdekret Nr. 34/2019 getätigt werden, dargelegt (italienisches Finanzamt, Rundschreiben Nr. 13 vom 1. Juni 2020).

  • TOBIN TAX

    Die Steuer auf Finanztransaktionen gemäß Art. 1 Abs. 491-500 Gesetz Nr. 228/2012 wird nicht für Geschäftsvorgänge zur Gesellschaftsumstrukturierung angewandt. Als solche gilt auch die gemeinsame Einbringung einer Kontrollbeteiligung BETA in eine neu gegründete Gesellschaft ALFA seitens mehrerer Rechtssubjekte gemäß Art. 177 Abs. 2 EStG. Dies gilt unter der Bedingung, dass die Einbringer im Gegenzug, wenigstens teilweise, Beteiligungen der übernehmenden Gesellschaft ALFA erhalten (italienisches Finanzamt, Antwort auf Antrag auf verbindliche Auskunft Nr. 170 vom 26. Juni 2020).

     

    Mit freundlichen Grüßen

    HAGER & PARTNERS

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